Tierschutz

IMG 1717Da ist er schon passiert, der erste Fehler. Katzen sind entgegen aller landläufigen Vorurteile soziale Tiere, die unbedingt Artgenossen als Gesellschaft brauchen. (Verstörte, durch falsche Prägung so gewordene) Ausnahmen bestätigen hier nur die Regel. Kein Mensch kann mit seinen Stubentigern so kuscheln, schmusen, raufen, toben, spielen, wie die Katzen das untereinander tun. Soll die Katze aber ein Freigänger sein / werden, dann geht auch eine Einzelhaltung in Ordnung, wobei es dann durchaus bei Krankheit oder im Alter Probleme geben könnte, wenn der Freigang mal eingeschränkt oder ganz beendet werden muss. Dann geht diese Katze auf die Barrikaden. Katzen sind sowieso kein Spielzeug! Wer seinem Kind "EINE KATZE" holen will, sollte vielleicht eher in den Spielwarenhandel gehen. Das Tier kann um die 20 Jahre alt werden und lebt auch und will etwas erleben, wenn die Menschen unterwegs sind! Hier lernen wir die wichtigste Regel der Tierhaltung: Verantwortung.

Zurück aber zum Thema. Eine Katze von privat bietet ja angeblich so viel mehr Vorteile gegenüber den Katzen aus dem Tierhheim bzw. dem Tierschutz allgemein:

"Katzen von privat sind viel billiger, kosten oft gar nichts."

IMG 20150814 185642Also los! Genau das Richtige für alle Schnäppchenjäger da draußen! Nach mir die Sintflut! Es darf halt alles nicht so viel kosten, damit noch ein neues Smartphone "drin ist". Dumm nur, wenn die neu ins Haus geholten Katzen noch alle Impfungen brauchen, gechippt und kastriert werden müssen (in Osnabrück ist die Kastration freilaufender Katzen übrigens mittlerweile Pflicht, dazu kommen wir später noch einmal) oder gar schon krank sind oder werden, weil sie nimals einem Tierarzt vorgestellt wurden. Ja, dumm nur, dann kommt aber das Vielfache auf die neuen Halter zu! Diese Katzen finden sich dann meist recht schnell in der freien Wildbahn oder im besten Fall bei uns im Tierheim wieder...

EntchenEs soll ja schon mal, zumindest in mehr oder weniger guten Kinofilmen, vorkommen, dass Frösche vom Himmel fallen. Nun ist es aber in Osnabrück passiert, dass in der Innenstadt kleine Entenküken vom Himmel gefallen sind. Was war passiert? Eine Entenmama hatte ganz ihrem Instinkt folgend ihr Nest an einem erhöhten Ort gebaut. Leider aber hatte sie sich dazu das Dach eines Osnabrücker Modegeschäftes an der Hase ausgesucht.

Und als die Küken nun alt genug waren, um der Mama ins Wasser zu folgen, passierte der tragische Unfall: In natürlicher Umgebung werden aus dem Nest purzelnde Küken vom weichen Gras oder Laub abgefedert, in der lebensfeindlichen Umgebung des Menschen gibt es dies nicht. Dies konnte die Entenmama nicht wissen, sodass ihre Küken ihr in den Tod nachsprangen...

EeschenLeider werden nach wie vor viele Tiere ausgesetzt, die sich im Freien mehr schlecht als recht durchschlagen müssen. Sind diese Tiere zu allem Überfluss auch noch unkastriert, potenziert sich der allgemeine Kummer dadurch umso mehr. Die ausgesetzten Tiere paaren sich mit ihren wild lebenden Verwandten und bringen Junge zur Welt, für die sie nur sehr eingeschränkt sorgen können.

Auch dieser aktuelle Fall erzählt wieder eine solche traurige und auch ärgerliche Geschichte: von einer schwarzen, zahmen Kaninchendame, die ausgesetzt wurde, aufgefunden wurde und schon trächtig ins Tierheim kam. Dort brachte sie nun ihre Mischlingskinder zur Welt, die fast zu scheu zur Vermittlung sind. Im Moment werden alle gemeinsam gehegt und geplegt und die halbwilden Minihasen können dann, wenn sie alt genug und kastriert sind, auf einem abgesicherten, großen Grundstück frei leben, ohne eingesperrt zu sein. All darum muss sich das Tierheim kümmern.


Katzenbaby 1Katzenbabies sind auf jeden Fall niedlich, keine Frage. Aber es gibt leider viel zu viele von ihnen. Viel zu viele!!! Und sie bleiben nicht klein und niedlich, sondern sie werden zu erwachsenen Individuen mit eigenen Instinkten, Angewohnheiten und Zielen. Zwar bleiben auch erwachsene Katzen liebenswert, doch so manche Züchter und Tiervermehrer setzen ja gerade aus Profitgier immer nur auf den Niedlichkeitsfaktor und schüren somit in der Öffentlichkeit ganz falsche Einstellungen und Erwartungen jungen (und erwachsenen) Katzen gegenüber.

In Wahrheit brauchen Kitten viel Beschäftigung und Pflege, sie können leicht krank werden, haben noch alle Impfungen zu absolvieren und müssen gemäß der Katzenschutzverordnung ja auch kastriert werden! Da kommen noch einmal einige Kosten auf die Halter zu.