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Anton

Gegenstand und Anliegen dieses Artikels sind traurig, problematisch und für die Öffentlichkeit nicht so leicht vermittelbar. Zuerst zu den Tatsachen: Mehrfach pro Woche werden Mitarbeiter per Telefon oder direkt vor Ort mit (angeblichen) Notfällen etwa folgender Natur konfrontiert:

    1. Wir müssen aus unserer Wohnung raus und können die Katzen(n) leider nicht mitnehmen.
    2. Es ist jemand verstorben und niemand kann die Katze(n) aufnehmen.
    3. Aus beruflichen Gründen können wir uns nicht mehr um die Katze(n) kümmern.
    4. Wegen einer Allergie / Kindern o.ä. müssen wir die Katze(n) leider abgeben.

etc., oder ähnlich. Statt "Katze(n)" werden natürlich oft auch andere Tiere genannt.

Der Autor möchte hier gar nicht bzgl. der Realität dieser Notfälle urteilen oder gar über lebenslange Verantwortung bzw. Wegwerfgesellschaft sprechen.

Leider können wir aber in den oben angesprochenen Notfällen wirklich nur begrenzt helfen. Laut unserer Satzung sind wir nur verpflichtet, Fundtiere aufzunehmen. Weder räumlich noch finanziell kann sich der Verein das erlauben, so viele Tiere einfach auf eigene Rechnung aufzunehmen. Trotz all der üblen Nachrede in den sozialen Netzwerken ist der Verein eine Non-Profit-Organisation, die ehrenamtlich geführt wird und keine Gewinne abwirft, sondern nur Verluste einfährt. Notfalltiere, die in der Vergnagenheit aus diversen Gründen schon mal aufgenommen wurden, kamen oft in sehr schlechtem Zustand zu uns, brauchten langwierige, kostenintensive Behandlungen, die viele finanzielle und arbeitszeitliche Aufwendungen verursacht haben.

Aber darum geht es gar nicht in erster Linie. In der Öffentlichkeit hat sich leider das Anspruchsdenken verschoben. Der Verein wird als Tierschutzverein erpresst. Oftmals wird Zeitdruck aufgebaut, die Entscheidung muss angeblich immer sofort erfolgen, obwohl z.B. ein Umzug ja meist länger bekannt ist. Noch schlimmer ist aber der moralische Druck: "Dann setze ich das Tier halt aus!" Oder: "Dann lasse ich es halt einschläfern!" (oder noch schlimmer). - Aber am übelsten ist dann der Nachsatz, der auch oft aus öffentlichen Kritiken im Internet zu lesen ist: "Und dann sind Sie / ist das Tierheim daran schuld!"

Halt! Hier stimmt doch etwas nicht! Es gehört zur Aufgabe eines verantwortungbewussten Tierhalters, sich von Beginn an um alle Eventualitäten Gedanken zu machen und Vorsorge zu treffen! Dies steht auch mit in unseren Vermittlungsfragen und -bedingungen auf der Webseite. Wie kann der Verein denn für die oben angeführten Notfallbeispiele verantwortlich sein? Das geht doch gar nicht! Zumal Aussetzen und Töten Straftaten nach dem Tierschutzgesetz darstellen, die gerichtlich verfolgt werden. Einem Tier Schaden zuzufügen ist kein Kavaliersdelikt und auch wenn dieses Geschöpf nicht sprechen kann, zeugt es schon von einem ganz "speziellen" Charakter, nachts die einstmals geliebten Tiere irgendwo in der Wallachei zu "entsorgen". Pfui!

Die Wahrheit ist, es gibt andere Möglichkeiten, möglichen Notfällen zu begegnen, doch viele scheuen die Mühen und die Kosten, wo es doch so einfach erscheint, die Verantwortung auf das Tierheim abzuwälzen und dann in der Öffentlichkeit noch recht zu bekommen, weil viele Außenstehende den Gesamtzusammenhang nicht kennen und nur der einen Darstellung aufsitzen.

Hier sind unsere Lösungsvorschläge:

    1. Kümmern Sie sich frühzeitig darum, wo ihr Tier im Notfall bleiben kann.
    2. Im tatsächlichen Notfall können auch Tierpensionen für eine Übergangszeit helfen (Voraussetzungen: vollständige Impfung und Kastration!). Ja, das kostet Geld, aber vieles kostet Geld. Auch im Tierheim würden die Tiere Kosten verursachen, welche indirekt die öffentliche Hand, die Kommune, also wir alle tragen müssen.
    3. Sprechen Sie frühzeitig mit uns: Wir helfen Ihnen bei der Weitervermittlung durch Aushänge in der Geschäftsstelle, Hinweise an Interessenten und auch Veröffentlichung auf unserer Web- und Facebookseite.

Aber, bitte, zum Wohle des sozialen Friedens und vor allem zum Wohle des jeweiligen Lebewesens, kümmern Sie sich frühzeitig, holen Sie sich Tipps und Hilfe und erpressen Sie niemanden, das bringt überhaupt nichts. 

Urlaubs-HilfInfo-Broschüree für Tierfreunde

"Nimmst du mein Tier, nehm' ich dein Tier" - Eine Initiative des Deutschen Tierschutzbundes

Damit alle diejenigen, die es gut mit ihrem Tier meinen, nicht auf den Urlaub verzichten müssen, führt der Deutsche Tierschutzbund mit Unterstützung von Pedigree und Whiskas auch in diesem Jahr seine bewährte, kostenlose Urlaubs-Hilfe „Nimmst du mein Tier, nehm’ ich dein Tier“ durch. Die Aktion beginnt ab sofort, denn die Erfahrung zeigt, dass immer mehr Menschen schon im Frühjahr ihren Sommerurlaub planen und buchen.

FremdkoerperFundhund und Vermittlungskandidat Jockel hatte einen Fremdkörper in sich, der ihm offensichtlich starke Schmerzen bereitet hat. Wir befürchten, dass vielleicht ein Besucher ihn gefütetrt oder ihm irgendeinen Gegenstand in die Box geworfen hat? Jedenfalls möchten wir im Interesse unserer Tiere alle Besucher freundlich bitten, dies bitte zu unterlassen. Bitte füttern Sie unsere Tiere nicht und reichen Sie auch bitte kein Spielzeug oder andere Gegenstände in die Boxen. Manche Tiere dürfen zum Beispiel nur Spezialfutter bekommen oder können mit bestimmten Gegenständen nicht richtig umgehen. Sie meinen es sicherlich grötenteils gut, aber meistens richten diese Gesten eher einen durchaus großen Schaden an. Falls Sie uns unterstützen möchten, können Sie gerne Futter- oder Sachspenden in die Box am Eingang legen, unsere Mitarbeiter können dann gut einschätzen, welche Spendne für welche Tiere geeignet sind.

Falls Sie einmal Zeuge werden, wie ein Tier einen Fremdkörper verschluckt, sagen Sie bitte, bitte sofort dem Personal Bescheid! Vielen, vielen Dank!

stopDies ist kein Spaß, kein Kavaliersdelikt und schon lange hat diese Aktion rein gar nichts, aber wirklich überhaupt nichts mit Tierschutz zu tun! Am vergangenen Samstagvormittag haben Unbekannte während der allgemeinen Öffnungszeit unseren Katzenopi aus seiner Box geraubt. Unfassbar! Gemeinheit! Der Webmaster musste zweimal nachfragen, bis er diese Geschichte glauben konnte.

Jetzt hört der Spaß aber auf, Herrschaften! Nicht nur, dass diese Aktion ja fast zu befürchten war, es gibt einige Aspekte, die diesen Raub eher in den Bereich der Tierquälerei bringen:

  • Opi ist zwar freundlich, aber er lässt sich nicht gerne in die Enge treiben - wie bitte konnte er unbeobachtet aus dem Tierheim herausgeschmuggelt werden? Ist er gar dabei ganz entkommen und weggelaufen?
  • Für Opi stand ein veterinärischer Kontrolltermin mit OP an - wie und von wem wird er nun versorgt?
  • Opi muss Spezialfutter bekommen - wissen die Täter das, wird seine Diät eingehalten?
  • Opi braucht regelmäßig Medikamente - von wem bekommt er diese nun verschrieben und verabreicht?

Der geraubte Kater wiegt -entgegen gewisser Behauptungen von außen- über vier Kilogramm und ist gechippt. Er kann also identifiziert werden. Der Webmaster ist stinksauer und würde sich freuen, wenn der Kater so schnell wie möglich zurückkäme und die Täter bekanntwürden. So geht es nicht!

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