Für eine Katze bedeutet Freigang die absolute Freiheit. Sie kann ihr Revier erkunden, bekannte und unbekannte Orte, Gerüche und Geräusche erforschen und nach einem langen, abenteuerlichen Tag (oder einer solchen Nacht) ausgelastet wieder zu ihren Menschen zurückkehren. Wer also in einer Gegend ohne stark befahrene, unsichere Straßen und Katzenhasser (auch die gibt es, und sie rüsten leider auf, mit Giftködern oder Luftgewehren) wohnt, der sollte seiner Katze dies bieten.

Wichtige Neuigkeit in diesem Zusammenhang: 

Die Katzenschutzverordnung für Osnabrück wurde am 19.06.2012 beschlossen und tritt bereits zum 01.08.2012 in Kraft!

 Allerdings gibt es da leider auch ein Problem: Zu viele frei laufende Katzen oder heimatlose Streuner sind nicht kastriert! Zu oft hört man auch von Privatpersonen, dass Katzenwelpen doch so niedlich seien. Das sind sie in der Tat! Aber es gibt leider viel zu viele von ihnen! Und die Tierheime quillen über von nicht gewollten Katzenwelpen oder deren erwachsen gewordenen Versionen. Über die Dunkelziffer ertränkter oder ähnlich grausam "entsorgter" Wesen sollte man lieber gar nicht nachdenken.

Deshalb hier ein eindringlicher Appell: Lassen Sie bitte Ihre Katze kastrieren!

Und überzeugen Sie bitte auch Ihre FrAus zwei Katzen können in 7 Jahren theoretisch über 400.000 Katzen werden!eunde und Bekannten von der Sinnhaftigkeit dieses Anliegens. Nicht nur Katzenwelpen sind süß, auch die erwachsenen Tiere bereiten lebenslange Freude. Und wenn es nun unbedingt Welpen sein müssen: Auch im Tierschutz finden Sie immer wieder Katzenwelpen! Diese brauchen aber besonders in den ersten Monaten viel Pflege und Aufmerksamkeit. Hochrechnungen zu­folge jedenfalls sind über 3 Millionen Katzen in Deutsch­land nicht kas­triert und können sich inklusive der Nach­kom­men immer weiter vermehren. Nicht nur die wilden Streuner, auch die nicht kastrierten Freigänger sorgen leider dafür, dass das unsichtbare Elend der kranken, geschwächten und unter grausamen Bedingungen lebenden Katzen durch eine weitere unkontrollierte Vermehrung immer mehr zunimmt, gerade, wenn uneinsichtige Katzenbesitzer noch immer auf "eigenen" Nachwuchs Wert legen, anstatt Katzen aus dem Tierschutz zu adoptieren. Noch immer hält sich auch das (falsche!) Gerücht, dass es für eine Katze "besser" sei, einmal schwanger gewesen zu sein. Eine Kastration wirkt sich für Kater und Katzen eher positiv aus: ausgeglicheneres Wesen, längeres Leben durch bessere Gesundheit und geringeres Krebsrisiko sowie geringere Geruchs- oder Geräuschbelästigung durch markierende Kater oder rollige Katzen.

In diesem Zusammenhang sei auch auf eine dringend notwendige Kennzeichnung der frei laufenden Katzen (durch Chip oder Tattoo) sowie die Registrierung in einem der kostenlosen Haustierregister hingewiesen, die es möglich macht, eine entlaufene Katze ihrem Halter wieder zuführen zu können.

Die Folgen der unkontrollierten Katzenvermehrung sieht man Jahr für Jahr in den überfüllten Tierheimen und an den schlecht oder gar nicht versorgten Streunern, die oft durch Katzenschnupfen, Katzen-AIDS oder FIP qualvoll zugrunde gehen. Aber auch andere Tierarten, insbesondere Vögel, werden durch die hohe Katzenpopulation nachweislich durch Wilderei geschädigt.

Das muss aber nicht sein! Immer mehr Kommunen wie etwa Paderborn reagieren auf die explodierende Katzenpopulation und die vielfachen negativen Folgen mit der Einführung einer Katzenschutzverordnung und dem Gebot der Kastration. Auch wenn eine Durchsetzung angesichts anderer Rechtsbestimmungen schwierig wird, ist es dennoch ein Schritt in die richtige Richtung, den wir alle unterstützen sollten: durch Sammlung von Unterschriften zur Durchsetzung auch in der eigenen Kommune und Aufklärung uneinsichtiger Katzenhalter. Bitte verschließen Sie nicht die Augen. Kastration von Katzen ist aktiver Tierschutz!

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